Glossar

ACE-Hemmer

ACE-Hemmer werden u.a. zur Blutdrucksenkung eingesetzt. Sie hemmen die Bildung des Hormons Angiotensin II, das an der Regulation des Blutdrucks, des Blutvolumens und der Natriumkonzentration im Körper beteiligt ist. Das Angiotensin-Converting-Enzym (kurz ACE) wandelt Angiotensin I in das funktionsfähige Hormon Angiotensin II um (converting = umwandeln). Patienten mit HAE sollten keine ACE-Hemmer einnehmen, weil diese Substanzen auch den Abbau des Gewebshormons Bradykinin hemmen und dadurch Ödeme (Schwellungen) auslösen können. Das Gleiche gilt für Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten.

Adrenalin

Adrenalin ist ein Hormon, das in der Nebenniere gebildet und bei physischen oder psychischen Belastungen ausgeschüttet wird. Hauptfunktion des Hormons ist die Anpassung des Herzkreislaufsystems und des Stoffwechsels an stressbedingte Belastungen. Adrenalin zählt zu den wichtigen Notfall-Medikamenten, z.B. bei einem allergischen Schock. Patienten mit einer akuten HAE-Attacke sprechen aber nicht auf Adrenalin an. (siehe auch Notfall-Medikamente)

Akute Attacke

Bei einer akuten Attacke des HAEs kommt es zu Ödemen (Schwellungen) im Gesicht, an Armen und Beinen, aber auch im Magen-Darm-Bereich und in den Atemwegen. Eine akute Attacke kann unter Umständen lebensbedrohlich sein, zum Beispiel bei einer Anschwellung der Stimmbandlippen (Glottisödem) oder des Kehlkopfs (Larynxödem). Generell kann jeder Körperteil von einer Schwellung betroffen sein. Als auslösende Faktoren kommen u.a. Behandlungen an den Zähnen, (Mandel-)Operationen, aber auch geringfügige Verletzungen, Stress, Infektionen, die Menstruation oder körperliche Belastung in Betracht. Eine akute Attacke kann zudem spontan – also unvorhergesehen und ohne erkennbaren Auslöser – auftreten.

Androgen-Derivate

Als Androgene werden die männlichen Geschlechtshormone bezeichnet. Androgen-Derivate sind Abkömmlinge der Androgene. Da sie u.a. die Proteinproduktion in der Leber und damit auch geringfügig den C1-Esterase-Inhibitor-Spiegel im Blut erhöhen, werden sie auch zur Langzeitprophylaxe des HAE eingesetzt. In Deutschland sind sie für diese Behandlung allerdings nicht zugelassen und nicht erhältlich. Zu den Nebenwirkungen von Androgen-Derivaten zählen u.a. eine Vermännlichung (Virilisierung) des weiblichen Organismus oder Leberschäden.

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sind Gegenspieler des Hormons Angiotensin II. Dieses Hormon ist an der Regulation des Blutdrucks, des Blutvolumens und der Natriumkonzentration im Körper beteiligt. Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten werden daher u.a. zur Blutdrucksenkung eingesetzt. Patienten mit HAE sollten keine Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten einnehmen, weil diese Wirkstoffe auch den Abbau des Hormons Bradykinin hemmen und dadurch neue Ödeme (Schwellungen) auslösen können. Das Gleiche gilt für ACE-Hemmer.

Antihistaminika

Antihistaminika sind Substanzen, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen. Histamin spielt u.a. eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen, Entzündungen, Empfindungen wie Übelkeit sowie bei der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus. Antihistaminika können daher beispielsweise die Beschwerden bei Allergien (z.B. Heuschnupfen) lindern. Patienten mit HAE sprechen aber nicht auf Antihistaminika an.

Bradykinin

Bradykinin ist ein Gewebshormon, das u.a. den Blutdruck senkt und die Durchlässigkeit der kleinen Blutgefäße (Kapillaren) erhöht. Es ist ferner an Entzündungsreaktionen beteiligt. Hohe Bradykininspiegel haben Ödeme(Schwellungen) zur Folge.

Bradykinin-B2-Rezeptorantagonist

Bradykinin-B2-Rezeptorantagonisten besetzen die „Andockstellen" von Bradykinin auf den Zellen der Blutgefäße (Rezeptoren), so dass Bradykinin dort nicht mehr wirken kann. Daher sind Bradykinin-B2-Rezeptorantagonisten auch eine Option zur Behandlung akuter Attacken bei HAE-Patienten.

C1-Esterase-Inhibitor / C1-INH

Der C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) ist ein wichtiges Protein, das verschiedene Stoffwechselsysteme im Körper reguliert und dadurch u.a. die Durchlässigkeit der Blutgefäße beeinflusst. Fehlt das Protein oder funktioniert es nicht richtig wird zu viel Bradykinin gebildet, es tritt dann zu viel Flüssigkeit aus den Blutgefäßen aus und sammelt sich im Gewebe an. Dadurch entstehen die für das HAE-typischen Ödeme(Schwellungen).

C1-Esterase-Inhibitor-Aktivität / C1-INH-Aktivität

Die Aktivität des körpereigenen Proteins C1-Esterase-Inhibitor ist ein wichtiger Laborparameter bei der Diagnose des HAE. Sie spiegelt die Funktionsfähigkeit des C1-Esterase-Inhibitors wider. Bei HAE-Patienten finden sich zumeist Werte unter 50 Prozent. Die Bestimmung der C1-Esterase-Inhibitor-Aktivität ist vor allem wichtig, um einen HAE-Typ II zu erkennen. Bei dieser Form des HAE sind die C1-Esterase-Inhibitor-Spiegel zwar normal oder sogar erhöht, aber die Funktion des Proteins ist gestört und damit die Aktivität in der Regel deutlich reduziert.

C1-Esterase-Inhibitor-Mangel / C1-INH-Mangel

Das körpereigene Protein C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) ist in zu geringer Menge im Körper vorhanden oder nicht voll funktionsfähig.

C1-Esterase-Inhibitor-Spiegel / C1-INH-Spiegel

Die Konzentration des Proteins C1-Esterase-Inhibitor im Blut (Plasmaspiegel) ist ein wichtiger Laborparameter bei der Diagnose der HAE. Bei Gesunden liegen Werte zwischen 15 und 35 mg/dl vor. Bei HAE-Patienten, die zu wenig oder keinen C1-Esterase-Inhibitor bilden (Typ I), sind dagegen Werte unter 15mg/dl typisch.

Chromosom 11

Der gesunde Mensch hat in jeder Körperzelle 46 Chromosomen - 44 sogenannte Autosomen und zwei Geschlechtschromosomen (X und Y). Bei der Frau sind dies 46, XX, beim Mann 46, XY. Auf den Chromosomen sind die Erbinformationen in Form der Gene gespeichert. Auf dem Chromosom 11 liegt das Gen, das die Information für die Bildung des Proteins C1-Esterase-Inhibitor enthält.

Corticoide / Cortison

Corticoide (Kurzform von Glucocorticoide) sind Hormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden und den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf- und Nervensystem sowie den Wasser- und Elektrolythaushalt beeinflussen und Entzündungen hemmen. Zu den Corticoiden zählen Cortisol (=Hydocortison), Cortison und Corticosteron. Corticoide werden zur Therapie verschiedener Erkrankungen genutzt und sind ein wichtiges Notfall-Medikament z.B. bei einem allergischen Schock. Patienten mit einer akuten HAE-Attacke sprechen aber nicht auf Corticoide an.

Erbgang

Der Erbgang erlaubt u.a. Rückschlüsse darauf, wie hoch das Risiko ist, dass die nachfolgende Generation ebenfalls unter der Erbkrankheit leiden wird. HAE wird autosomal dominant vererbt. Das bedeutet, dass es ausreicht, wenn die Mutter oder der Vater das betreffende Chromosom – im Fall von HAE das Chromosom mit der Nummer 11 (Chromosom 11) mit der fehlerhaften Erbinformation überträgt.

Erbkrankheit

Unter Erbkrankheiten versteht man Erkrankungen, die innerhalb einer Familie übertragen werden. Ursache sind „Fehler" in den Erbanlagen. Veränderungen des Erbguts, die nicht durch die Vorfahren vererbt wurden, sondern ohne erkennbaren Grund neu entstanden sind, werden als Spontanmutationen oder Neumutation bezeichnet. Rund 80 Prozent der HAE-Kranken haben die Erkrankung geerbt, bei etwa 20 Prozent liefert die Familiengeschichte dagegen keine Hinweise (Neumutation).

Fehldiagnose

Werden Beschwerden einer anderen Erkrankung zugeordnet als der tatsächlich vorliegenden Krankheit, handelt es sich um eine Fehldiagnose. Beim Hereditären Angioödem (HAE) ist das Risiko einer Fehldiagnose sehr hoch, weil die Erkrankung selten ist und die Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Daher wird z.B. bei Bauchschmerzen zunächst an häufigere Ursachen gedacht, wie ein Reizdarm, eine Magen-Darm-Infektion oder eine Blinddarmentzündung. Eine Hautschwellung wird oft auf eine Allergie zurückgeführt.

Genveränderung

Auf den Genen sind die Erbinformationen des Menschen gespeichert. Veränderungen eines Gens (Gen-Mutation) können schwerwiegende Folgen haben, weil die Erbinformationen dadurch falsch oder gar nicht mehr umgesetzt werden. Ist z.B. das Gen verändert, das für die Bildung von C1-Esterase-Inhibitor verantwortlich ist, wird dieses wichtige Protein nicht mehr in ausreichenden Mengen oder nur noch fehlerhaft gebildet. Dadurch kommt es zum Krankheitsbild des Hereditären Angioödems (HAE).

Glottisödem

Ein Glottisödem ist eine akute Anschwellung der Stimmbandlippen durch ein Ödem, das z.B. als Folge einer Allergie (z.B. nach Insektenstichen) oder eines Hereditären Angioödems (HAE) entsteht. Ebenso wie ein Kehlkopfödem (Larynxödem) ist das Glottisödem lebensbedrohlich, denn es kann sich so stark ausbilden, dass die Schwellung den Übergang vom Rachen zur Luftröhre komplett verschließt und akute Erstickungsgefahr besteht.

Hereditäres Angioödem (HAE)

Das hereditäre Angioödem (HAE) ist eine seltene Erkrankung, die Männer und Frauen gleichermaßen betrifft. Dem Leiden liegt eine Genveränderung (Gendefekt) zugrunde, der dazu führt, dass das Protein C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) nicht in ausreichenden Mengen gebildet wird (HAE Typ I) oder nicht funktionsfähig ist (HAE Typ II). Die Erkrankung äußert sich durch wiederkehrende Schwellungen im Gesicht, an Armen und Beinen, aber auch im Magen-Darm-Bereich und in den Atemwegen.

Humanes C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat

Humanes C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat (C1-Inhibitor, C1-INH, phC1-INH) wird aus dem Blut (Plasma) von gesunden Menschen gewonnen. Es steht bereits seit Jahrzehnten für die Behandlung des HAE zur Verfügung. Die Gabe von C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat kann für Patienten mit HAE lebensrettend sein, insbesondere bei Ödemen(Schwellungen) im Atemwegsbereich. Das Konzentrat ersetzt die Funktion des bei HAE-Patienten fehlenden oder nicht funktionierenden Proteins und bewirkt die Rückbildung der Schwellungen.

Kallikrein-Kinin-System

Das Kallikrein-Kinin-System ist ein körpereigenes System, das die typischen Befunde einer Entzündung auslöst und einen Abfall des Blutdrucks bewirkt. Gesteuert wird das System u.a. über den C1-Esterase-Inhibitor. Fehlt dem Körper die Möglichkeit, das System adäquat zu regulieren, wird über eine Aneinanderreihung verschiedener Reaktionen vermehrt das Hormon Bradykinin gebildet. Dieses Hormon erhöht die Durchlässigkeit der kleinen Gefäße (Kapillaren) und ist der wichtige Auslöser für die Ödeme (Schwellungen) bei HAE-Patienten.

Komplementsystem

Das Komplementsystem ist ein körpereigenes System, das der Abwehr von Krankheitserregern dient und Entzündungsreaktionen auslösen kann. Der Begriff Komplementsystem steht für eine komplexe Abfolge von Reaktionen, an der mehr als 20 verschiedene Komponenten und Regulatoren beteiligt sind. Am Beginn dieser Kettenreaktion steht der Faktor C1, dessen Aktivität durch das Protein C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) gehemmt wird. Bei HAE Patienten wird das Protein nicht ausreichend gebildet oder es funktioniert nicht richtig. Daher kann die Kettenreaktion unkontrolliert in Gang gesetzt werden.

Kurzzeitprophylaxe

Bei der Kurzzeitprophylaxe wird ein humanes C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat bereits verabreicht, bevor eine Attacke auftritt. Eine solche kurzfristige Vorbeugung wird empfohlen, wenn ein hohes Risiko für eine akute Attacke absehbar ist, z.B. bei zahnärztlichen Behandlungen. Bei HAE-Pateinten ist grundsätzlich bei allen medizinischen Eingriffen besondere Vorsicht geboten. In Zweifelsfällen sollte sich der behandelnde Arzt an ein HAE-Behandlungszentrum wenden.

Laborparameter

Um die Diagnose HAE zu stellen, sind die Beschwerden des Betroffenen, Angaben über vergleichbare Befunde bei anderen Familienmitgliedern sowie verschiedene Laboruntersuchungen wichtig. Besteht der Verdacht auf HAE, sollten die Spiegel des C1-Esterase-Inhibitors (C1-INH-Spiegel) im Blut sowie die Aktivität dieses Proteins (C1-INH-Aktivität) bestimmt werden. Da bei HAE-Patienten das Komplementsystem übermäßig aktiv ist, sind typischerweise auch die Spiegel bestimmter Faktoren dieses Systems (z.B. C4) „verbraucht" und damit niedriger als beim gesunden Menschen.

Langzeitprophylaxe

Eine Langzeitprophylaxe, d.h. eine langfristige vorbeugende Behandlung, die weitere Attacken verhindern soll, kann erforderlich werden, wenn die Lebensqualität der Patienten durch die Erkrankung sehr stark eingeschränkt ist. Dies ist z.B. der Fall, wenn das Krankheitsbild durch die Behandlung der akuten Attacken nicht kontrolliert werden kann oder die Schleimhautschwellungen vorwiegend die Atemwege betreffen.

Larynxödem

Ein Larynxödem ist eine akute Anschwellung des Kehlkopfs durch ein Ödem, das z.B. als Folge einer Allergie (z. B. durch Insektenstiche) oder eines Hereditären Angioödems (HAE) entsteht. Ebenso wie ein Glottisödem ist das Kehlkopfödem (Larynxödem) lebensbedrohlich, denn es kann sich schnell so stark ausbilden, dass die Schwellung den Übergang vom Rachen zur Luftröhre komplett verschließt und akute Erstickungsgefahr besteht.

Neumutation

Mutationen sind Veränderungen des Erbguts. Eine Neumutation oder Spontanmutation ist eine Veränderung des Erbguts, die bisher noch nicht in der Famliengeschichte vorgekommen ist, also nicht vererbt wurde, und für die es keine erkennbare Ursache gibt. Rund 80 Prozent der HAE-Patienten haben die Erkrankung geerbt, bei etwa 20 Prozent liefert die Familiengeschichte dagegen keine Hinweise; es handelt sich also um Neumutationen.

Notfall

Die akute HAE-Attacke mit einem Kehlkopfödem ist ein Notfall, der rasches Handeln erfordert. Hier kann eine sofortige Behandlung mit einem Notfall-Medikament, z.B. einem C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat, für die Betroffenen lebensrettend sein.

Notfall-Medikament

Notfall-Medikamente sind Arzneimittel, die im Rahmen eines medizinischen Notfalls zum Einsatz kommen. Sie dienen vor allem der medikamentösen Therapie akuter, lebensbedrohlicher Erkrankungen oder Verletzungen. In vielen Fällen werden Notfall-Medikamente intravenös verabreicht, das heißt in die Venen gespritzt, um eine schnelle Wirkung zu erzielen. Es stehen aber auch wirksame Notfallmedikamente zur Verfügung, die unter die Haut gespritzt werden. Wichtig: HAE-Patienten sprechen auf die Standardtherapie für allergische Angioödeme nicht an, die in der Gabe von Adrenalin, Antihistaminika und Corticoiden besteht. Bei einer akuten HAE-Attacke kann z.B. ein C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrat als Notfall-Medikament eingesetzt werden.

Ödem/Schwellung

Ödeme sind Ansammlungen von wässriger Flüssigkeit im Körpergewebe, die zu Schwellungen der betroffenen Gewebe führen. Sie können auf bestimmte Körperteile begrenzt oder über den ganzen Körper verteilt sein. Ödeme können viele verschiedene Ursachen haben. Beim HAE gehen die Ödeme auf einen Mangel oder eine Fehlfunktion des Proteins C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH) zurück.

Östrogenpräparate

Östrogenpräparate sind Medikamente, die das weibliche Geschlechtshormon Östrogen enthalten, wie z.B. bestimmte Antibaby-Pillen. Östrogenhaltige Antibaby-Pillen sind ebenso wie andere Östrogenpräparate für Patientinnen mit HAE nicht geeignet, weil zwischen Östrogenen und dem Auftreten akuter HAE-Attacken ein Zusammenhang vermutet wird. Viele Patientinnen berichten von gehäuften Attacken während einer Schwangerschaft oder nach Einnahme östrogenhaltiger Antibaby-Pillen. Zudem treten die ersten HAE-Attacken bei betroffenen Mädchen häufig bei Änderungen des Hormonhaushalts auf, z.B. in der Pubertät.

Seltene Erkrankung

Nach der in Europa gültigen Definition ist eine Erkrankung "selten", wenn weniger als einer von 2.000 Menschen unter einem spezifischen Krankheitsbild leidet. Häufig handelt es sich um Erbkrankheiten. Sie werden, da sie so selten sind, oftmals spät erkannt. Seltene Erkrankungen werden auch als orphan disease (orphan = „Waise", disease = „Krankheit") bezeichnet.

STIKO

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) gibt Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen und anderen Maßnahmen. Diese dienen der Vorbeugung übertragbarer Krankheiten beim Menschen. Außerdem entwickelt die STIKO Kriterien zur Abgrenzung einer üblichen sowie einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung. Aufgrund der Bedeutung ihrer Impfempfehlungen wurde sie 2001 mit dem Infektionsschutzgesetz gesetzlich verankert.