Schritt für Schritt zum Gleichgewicht

Während eines Fehltages sieht er zufällig eine Fernsehsendung, in der ein Betroffener von seiner Erkrankung berichtet. „Ich habe mich sofort wiedererkannt und meinen Hausarzt darauf angesprochen." Ein einfach einzunehmendes Hormonpräparat erhöht zunächst die Lebensqualität des Mindeners. Die Nebenwirkungen sind jedoch gravierend: Peter nimmt in den kommenden zwei Jahren 50 Kilogramm zu und erleidet häufig Panikattacken. Als das Medikament in Deutschland vom Markt genommen wird, ist er bereits Mitglied einer Selbsthilfegruppe – und wird dort auf das HAE-Kompetenzzentrum der Uniklinik Frankfurt am Main aufmerksam gemacht. Die Ärzte beginnen eine Therapie mit dem Notfallpräparat. Von nun an fährt der Bauingenieur häufig von Ostwestfalen nach Frankfurt, wo ihm das Präparat gespritzt wird. Für Peter beginnt ein neues Leben. „Durch die Therapie habe ich keine Fehlzeiten mehr, und auch sonst nur noch geringfügige Probleme. Wenn es zu Schwellungen kommt, habe ich diese dank der Behandlungsmöglichkeiten gut im Griff." Mittlerweile hat er gelernt, das fehlende Protein unter ärztlicher Kontrolle zuhause selbst zu spritzen. Auch das Gewicht geht langsam zurück. Der 33-Jährige achtet auf einen ausgeglichenen Lebensstil, mäßige Bewegung, möglichst wenig Stress. „Eine Schwellungsattacke kann aber auch durch eine Erkältung verursacht werden. Alle Auslöser kenne ich selbst nach drei Jahrzehnten mit der Krankheit nicht."