Vier Generationen von HAE betroffen

Nicht nur Julia ist jetzt erleichtert, sondern auch ihr betroffener Vater. Der 51-Jährige war mit seiner bisherigen Therapie nicht wirklich zufrieden und musste zuvor einen langen Leidensweg hinter sich bringen. Schon als kleiner Junge wurde er regelmäßig von Bauchkrämpfen, Durchfall und Schwellungsattacken an Händen, Armen, Beinen oder Füßen heimgesucht. Selten konnte er am Sportunterricht teilnehmen. Die Ärzte gingen immer von einer Lebensmittelunverträglichkeit aus und so wurde erst im Alter von 25 Jahren HAE diagnostiziert, als ihm der Hals zuschwoll. Zu dieser Zeit lag er zwei Tage auf der Intensivstation, als die Ärzte feststellten, dass er an HAE leidet, wie auch seine Mutter, die meistens Schwellungen im Gesicht bekommt. Es wird vermutet, dass ihr Vater ebenfalls an HAE erkrankt war und aufgrund einer Kehlkopfschwellung bereits in den 30er Jahren verstarb. Julias Vater spritzt sich sein Medikament nun wöchentlich, wenn wieder Schwellungsattacken im Magen- und Darmbereich auftreten. Durch seine zwei Jobs in der eigenen Gärtnerei und als LKW-Fahrer ist er doch auch oftmals unter Stress, was sicherlich einer der Hauptauslöser ist. Seine Tochter hingegen muss sich nicht regelmäßig spritzen. Sie fährt im Gegensatz zu anderen Betroffen auch ohne Bedenken mit ihrem Freund in den Urlaub. Das macht ihr Spaß und davon lässt sie sich durch die Krankheit auch nicht abbringen. Ihr Medikament hat sie vorsorglich dabei.